Ich bin ja nun mal ein Stadtkind. Zumindest auf dem Papier. Geboren und aufgewachsen bin ich in Berlin. Heute lebe ich allerdings schon viele Jahre auf dem Land und könnte mir ehrlich gesagt kaum etwas Schöneres vorstellen.
Als wir auf unseren Hof gezogen sind, gab es hier noch nicht viel. Dafür aber jede Menge Holundersträucher. Und eines der ersten Dinge, die ich hier gelernt habe, war Holunderblütensirup selber zu machen.
Seitdem gehört das für mich einfach zum Sommeranfang dazu. Auch wenn ich im Alltag meistens Wasser oder ungesüßten Tee trinke und eher auf zuckerfreie Getränke setze, mache ich jedes Jahr eine ordentliche Portion Holunderblütensirup. Der Duft der frischen Blüten, das Ansetzen der Mischung und später ein Glas kaltes Wasser mit einem Schuss Sirup 😋 für mich schmeckt das einfach nach Sommer.
Das Beste daran: Holunderblütensirup selber zu machen ist viel einfacher, als viele denken. Mit nur wenigen Zutaten gelingt er praktisch immer und du weißt genau, was drin steckt.

Rezept: Holunderblütensirup selber machen
Zutaten für ca. 5 kleine Flaschen
- 20–25 große Holunderblütendolden
- 1 Liter Wasser
- 2 Bio-Zitronen
- 750 g Zucker
- 25 g Zitronensäure
Zubereitung
- Die Holunderblütendolden an einem trockenen Tag sammeln und vorsichtig ausschütteln. Nicht waschen, damit das feine Aroma erhalten bleibt.
- Die Zitronen in Scheiben schneiden.
- Wasser, Holunderblüten und Zitronenscheiben in eine große Schüssel oder einen Topf geben.
- Die Zitronensäure einrühren.
- Alles abdecken und 24 bis 48 Stunden ziehen lassen.
- Anschließend durch ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch abseihen.
- Die Flüssigkeit zusammen mit dem Zucker in einen Topf geben.
- Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
- Etwa 5 Minuten leicht köcheln lassen.
- Den heißen Sirup sofort in sterilisierte Flaschen füllen und verschließen.
Zutaten austauschen
Weniger Zucker verwenden
Du kannst die Zuckermenge etwas reduzieren. Für eine längere Haltbarkeit empfehle ich jedoch die angegebene Menge.
Zitronen
Statt Zitronen kannst du auch Bio-Limetten verwenden. Dadurch bekommt der Sirup eine etwas frischere, sommerliche Note.
Zitronensäure
Die Zitronensäure sorgt für Haltbarkeit und einen ausgewogenen Geschmack. Sie sollte möglichst nicht weggelassen werden.
Tipp
Sammle Holunderblüten möglichst an einem trockenen, sonnigen Vormittag. Dann sind die Blüten besonders aromatisch und du erhältst einen intensiv duftenden Sirup.
Warum sich Holunderblütensirup selber machen lohnt
Holunderblütensirup aus dem Supermarkt ist zwar praktisch, kommt geschmacklich aber selten an die selbst gemachte Variante heran. Frische Holunderblüten haben ein feines, blumiges Aroma, das sich nur schwer künstlich nachbilden lässt. Wenn du Holunderblütensirup selber machst, kannst du außerdem selbst bestimmen, welche Zutaten verwendet werden. Gerade während der kurzen Holunderblütensaison macht es Spaß, die Blüten zu sammeln und daraus einen Vorrat für die kommenden Monate anzulegen. So lässt sich der Geschmack des Frühsommers noch lange genießen, selbst wenn die Holundersträucher längst verblüht sind.
So erkennst du die richtigen Holunderblüten
Nicht jede Holunderblüte eignet sich gleich gut für Sirup. Achte auf vollständig geöffnete, cremeweiße Blütendolden mit einem intensiven, süßlichen Duft. Verblühte oder bereits bräunliche Blüten verlieren einen Teil ihres Aromas. Sammle die Dolden möglichst an einem trockenen Vormittag, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Nach einem Regentag sind die Blüten oft weniger aromatisch, da ein Teil der Duftstoffe ausgewaschen wurde.

Was ist Holunder eigentlich?
Der Schwarze Holunder begleitet die Menschen in Europa schon seit Jahrhunderten. Früher galt er sogar als eine Art Hausbaum und wurde oft direkt in der Nähe von Höfen und Häusern gepflanzt (vielleicht habe ich deshalb ja das Glück gehabt so viele davon auf unserem Grundstück zu finden 😉).
Im Frühsommer erscheinen die großen, cremeweißen Blütendolden, die einen unverwechselbaren süßlich-blumigen Duft verströmen. Aus ihnen wird traditionell Sirup, Gelee oder Limonade hergestellt. Im Spätsommer entstehen daraus die bekannten dunklen Holunderbeeren.
Besonders faszinierend finde ich, dass man aus einer Pflanze gleich zwei verschiedene saisonale Schätze ernten kann: erst die Blüten und später die Beeren. Ich hoffe es wird im Spätsommer dann hier auch für die Beeren ein Rezept geben.
Hat Holunderblütensirup gesundheitliche Vorteile?
Ganz ehrlich: Holunderblütensirup ist in erster Linie ein Genussmittel und kein Gesundheitsprodukt. So schade ich das auch finde.
Die Holunderblüten selbst enthalten zwar verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle und Flavonoide. In der traditionellen Pflanzenkunde werden Holunderblüten seit langem geschätzt und häufig als Tee verwendet.
Durch die Verarbeitung zu Sirup verändert sich das jedoch deutlich. Der hohe Zuckeranteil sorgt zwar für die Haltbarkeit, macht den Sirup aber natürlich nicht zu einem gesunden Getränk im eigentlichen Sinn.
Trotzdem gibt es einige positive Aspekte.
Holunderblüten
Die Blüten liefern das typische Aroma und enthalten natürliche Pflanzenstoffe, die den Holunder seit Jahrhunderten zu einer beliebten Kulturpflanze machen.
Zitronen
Die Zitronen bringen nicht nur Frische in den Sirup, sondern liefern auch etwas Vitamin C und sorgen für einen ausgewogenen Geschmack.
Selbst gemacht statt gekauft
Für mich ist das einer der größten Vorteile. Wenn du Holunderblütensirup selber machst, entscheidest du selbst über die Zutaten. Viele gekaufte Produkte enthalten zusätzlich Aromen oder andere Zusätze. Bei der selbst gemachten Variante weißt du genau, was in deiner Flasche landet.
Bewusster Genuss
Nicht jedes Lebensmittel muss perfekt gesund sein. Manchmal geht es auch darum, saisonale Zutaten zu nutzen, Traditionen zu pflegen und besondere Momente zu genießen. Ein Glas kaltes Mineralwasser mit etwas selbst gemachtem Holunderblütensirup gehört für mich genau in diese Kategorie.

FAQ: Holunderblütensirup selber machen
Das könnte dir auch gefallen
Wenn du saisonale Sommerrezepte magst, probiere auch meine Erdbeer-Zitronen-Limo-Würfel, die Heidelbeer-Limo-Würfel oder meine Holunderblüten-Zitronen-Limo-Würfel. Sie sind perfekt für heiße Tage und eine tolle Alternative zu gekauften Softdrinks.
Fazit
Holunderblütensirup selber zu machen gehört für mich inzwischen genauso zum Sommer wie Erdbeeren oder lange Abende im Garten. Das Rezept ist einfach, gelingt auch Anfängern problemlos und bringt den Duft der Holunderblüten für viele Monate in die Flasche.
Wenn du bisher noch nie Holunderblütensirup gemacht hast, probiere es unbedingt einmal aus. Vielleicht wird daraus ja auch deine ganz persönliche Sommertradition.
Selbstgemachter Holunderblütensirup
Gefällt dir das Rezept? Um es zu bewerten tippe auf die Sterne! Danke für deine Unterstützung! ❤️
Kochutensilien
- 5 kleine Flaschen oder 2-3 größere
- 1 Topf
Zutaten
- 20-25 Dolden Holunderblüten
- 1 l Wassser
- 2 Bio Zitronen
- 750 g Zucker
- 25 g Zitronensäure
Anleitungen
- Die 20-25 Dolden Holunderblüten an einem trockenen Tag sammeln. Die Blüten nur vorsichtig ausschütteln, damit kleine Insekten herausfallen. Nicht waschen, da sonst viel Aroma verloren geht.
- 2 Bio Zitronen waschen und in Scheiben schneiden.
- 1 l Wassser, Holunderblüten und Zitronenscheiben in eine große Schüssel oder einen Topf geben.
- 25 g Zitronensäure einrühren.
- Alles abdecken und 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
- Die Mischung durch ein feines Sieb oder ein sauberes Küchentuch abseihen und mit 750 g Zucker in einen Topf geben.
- Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat und ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen.
- Den heißen Sirup sofort in sterilisierte Flaschen füllen und verschließen.
Notizen
Viele genießen ihn auch im Sekt 😉.
Nährwerte
Die angegebenen Nährwerte werden automatisch generiert und gelten nur als Richtwerte.




Schreibe einen Kommentar